Dienstag, 21 April 2026 11:03

Bericht von der ASCIM in der MG Elim

Am Freitagnachmittag half ich meiner Frau Rachel im Almacén (Konsumladen) in Nueva Promesa, als eine junge Sanapaná-Frau den Laden betrat, um einzukaufen. Das Erste, was mir auffiel, war, wie abgemagert sie wirkte. Außerdem musste sie ständig husten. Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, war: „Tuberkulose.“

Als ich sie darauf ansprach und fragte, ob sie krank sei, lachte sie nur. Doch ich ließ nicht locker: „Willst du nicht einmal ins Krankenhaus gehen und dich untersuchen lassen?“ Sie gab mir keine Antwort. Für mich war jedoch klar, dass ich am Montag zu ihrem Vater gehen und ihn eindringlich bitten würde, dafür zu sorgen, dass sie sich auf Tuberkulose untersuchen lässt. Sie ist etwas über 20 Jahre alt und hat kleine Kinder. Leider kommen solche Fälle immer wieder vor.

In seinem Zeugnis berichtete Erdmann Harder von vielen Tuberkulosefällen in der Siedlung Nueva Promesa. Viele Menschen sterben seiner Erfahrung nach unnötigerweise an den Folgen der Krankheit. Wenn er Erkrankte, die sich nicht behandeln lassen, nach ihrem Wohlergehen fragt, antworten sie oft: „Es geht schon besser.“ Fragt er später wieder nach, muss er erfahren, dass die Person inzwischen gestorben ist. Menschen hingegen, die sich behandeln lassen, dürfen Heilung erfahren.

Wenn Pflegepersonal und Ärzte des ASCIM-Sanatoriums in die Siedlungen kommen und über Tuberkulose aufklären, hoffen er und seine Frau jedes Mal auf einen Durchbruch. Doch leider haben sie oft erlebt, dass die Worte anders aufgenommen werden als erhofft.

Dies berichtete Erdmann Harder am Sonntag, dem 19. April, in der Mennonitengemeinde Elim. Zusammen mit seiner Frau Rachel arbeitet er als Wirtschaftsberater in der Sanapaná-Siedlung Nueva Promesa. Sie wurden durch die Arbeit unter den Sanapanás schon sehr gesegnet.

Die ASCIM stellte an diesem Sonntag ihre Arbeit unter den indigenen Gemeinschaften vor. Dazu gehörten eine Präsentation des Exekutivdirektors Willy Franz sowie ein weiteres Zeugnis von Bastian Harder, dem ehemaligen Verwalter von FIDA.  Er stellte die breite Arbeit von FIDA vor und berichtete auch von einigen besonderen Erlebnissen, die er als Verwalter in seiner Tätigkeit machen durfte. Einmal, so erzählte er, hatten einige Bäcker aus der Bäckerei in FIDA Brot mitgenommen, ohne zu bezahlen. Daraufhin sprach er die Arbeiter darauf an und erklärte ihnen, dass dies aus seiner Sicht Diebstahl sei und sie dies unterlassen sollten. Die Arbeiter mussten eine Verwarnung unterschreiben, und dabei blieb es – so dachte Harder.
Als er etwa einen Monat später mit einem Bäcker aus der Bäckerei ins Gespräch kam, sagte dieser plötzlich: „Wir haben dir vergeben.“ Er glaubte zunächst, sich verhört zu haben, und fragte: „Was habt ihr mir vergeben?“ – „Dass du uns zurechtgewiesen hast.“ Da wurde Bastian klar, dass er die Harmonie zwischen ihnen gestört hatte und dass dies für die Indigenen viel schlimmer war als der Diebstahl an sich. Als Christ, so meinte er, sei Stehlen Sünde, aber es sei auch wichtig, gemeinsam mit der Kultur zu arbeiten.

Der Vizedirektor Mirko Hiebert hielt eine kurze Besinnung zum Thema Berufung. Im Mittelpunkt standen zwei Bibelverse aus Sprüche 16,3 und Matthäus 6,33, die dazu ermutigen, Werke und Pläne Gott anzuvertrauen und zuerst sein Reich zu suchen.

„Wen Gott beruft, den befähigt er auch“ – dieses biblische Prinzip hat sich immer wieder bestätigt. Menschen, die sich Gott zur Verfügung stellen, werden von ihm ausgerüstet und gesegnet. Zugleich betonte Mirko Hiebert, dass niemand allein wirkt: Wie ein Körper aus vielen Gliedern besteht, so hat jeder Mensch unterschiedliche Gaben. Jeder ist aufgerufen, seinen Teil beizutragen.

Anschließend stellte er die Mitarbeiter der ASCIM vor, die Mitglieder der Mennonitengemeinde Elim sind:

  • Erdmann und Rachel Harder: sind seid fast 10 Jahren Wirtschaftsberater in Siedlung Nueva Promesa.
  • Rudi und Elli Sawatzky: Rudi ist seit vorigem Wirtschaftsberater auf der Siedlung Enlhet Yalve Sanga und Elli arbeitet teilzeitig in der Küche des Sanatorio ASCIM.
  • Levi und Alice Schröder: seit März dieses Jahres Wirtschaftsberater in der Siedlung Campo Loro.
  • Bastian Harder: war bis Ende März Verwalter bei FIDA, 6 Jahre
  • Marco Froese: Buchführer der ASCIM seit November 2025
  • Veronika Froese: unterrichtet einige Stunden im Centro Educativo ASCIM.
  • Erika Thiessen: arbeitet in der Gesundheitsabteilung seit Januar dieses Jahres

Zum Abschluss des Gottesdienstes sprach der Gemeindeleiter ein Segensgebet für die Arbeit in der ASCIM. Damit endete das Programm.

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